Das Bayernwerk investiert in der Oberpfalz rund 280 Millionen Euro in neue Kabel, digitale Ortsnetzstationen, Umspannwerke und Hochspannungsleitungen. Der Grund: Die Netze kommen mit der Entwicklung offenbar nicht mehr hinterher.
Im Artikel heißt es offen, dass der Netzausbau bislang nicht mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien Schritt halten konnte. Ein Solarpark in Luhe-Wildenau musste im vergangenen Jahr an mehr als 300 Tagen mindestens einmal heruntergeregelt werden, damit das Netz nicht überlastet wird.
Das ist kein Detail. Das ist ein Warnsignal.
Denn gleichzeitig soll immer mehr elektrifiziert werden: Autos, Heizungen, Industrie, Haushalte. E-Autos brauchen Strom. Wärmepumpen brauchen Strom. Unternehmen brauchen bezahlbaren und verlässlichen Strom.
Genau hier liegt der Denkfehler der aktuellen Energiepolitik: Man steigt aus verlässlichen, grundlastfähigen Energiequellen aus, setzt immer stärker auf wetterabhängige Stromerzeugung und treibt zugleich die Elektrifizierung fast aller Lebensbereiche voran.
Wenn das Stromnetz schon heute massiv ausgebaut werden muss: Was passiert dann erst, wenn noch mehr Menschen E-Autos laden und immer mehr Wärmepumpen betrieben werden?
Energiepolitik muss zuverlässig funktionieren. Sie darf kein Experimentierfeld sein. Und vor allem sollte Energieerzeugung zuverlässig und planbar sein, anstatt wetterabhängig.
Wir brauchen bezahlbare Energie, stabile Netze, technologieoffene Lösungen und eine Politik, die physikalische Realitäten ernst nimmt.
Denn Strom kommt nicht aus der Steckdose, nur weil ein Ministerium es gern so hätte.