Manche nennen es „Sehnsucht nach gestern“.
Ich nenne es bodenständig: Sehnsucht nach Geborgenheit, Verlässlichkeit und Zugehörigkeit.
Wer heute jung ist, lebt im Dauerfeuer: Krisen, Preisstress, Leistungsdruck, digitale Dauerbewertung – und ständig dieses Gefühl, dass alles wackelt.
Da ist der Wunsch nach klaren Regeln, echten Beziehungen, Planbarkeit und einem Zuhause, das trägt, keine Nostalgie-Marotte – sondern ein ziemlich gesunder Reflex.
Geborgenheit heißt nicht „zurück in die Vergangenheit“.
Geborgenheit heißt: Menschen, auf die man sich verlassen kann.
Verlässlichkeit heißt: ein Staat, der seinen Job macht, statt dauernd neue Baustellen zu erfinden.
Zugehörigkeit heißt: eine Gemeinschaft, die dich nicht als Problem sieht, sondern als Teil von ihr. Für die du dich nicht verstellen musst, sondern so sein kannst wie du bist.
Und ja: Viele junge Leute wollen wieder mehr Familie, mehr Verantwortung, mehr Normalität. Das ist kein Rückschritt. Das ist ein Aufräumen und es sichert das Überleben.
Euer Roland Magerl