Manche nennen es „Sehnsucht nach gestern“.

Ich nenne es bodenständig: Sehnsucht nach Geborgenheit, Verlässlichkeit und Zugehörigkeit.

Wer heute jung ist, lebt im Dauerfeuer: Krisen, Preisstress, Leistungsdruck, digitale Dauerbewertung – und ständig dieses Gefühl, dass alles wackelt.

Da ist der Wunsch nach klaren Regeln, echten Beziehungen, Planbarkeit und einem Zuhause, das trägt, keine Nostalgie-Marotte – sondern ein ziemlich gesunder Reflex.

Geborgenheit heißt nicht „zurück in die Vergangenheit“.
Geborgenheit heißt: Menschen, auf die man sich verlassen kann.
Verlässlichkeit heißt: ein Staat, der seinen Job macht, statt dauernd neue Baustellen zu erfinden.
Zugehörigkeit heißt: eine Gemeinschaft, die dich nicht als Problem sieht, sondern als Teil von ihr. Für die du dich nicht verstellen musst, sondern so sein kannst wie du bist.

Und ja: Viele junge Leute wollen wieder mehr Familie, mehr Verantwortung, mehr Normalität. Das ist kein Rückschritt. Das ist ein Aufräumen und es sichert das Überleben.

Euer Roland Magerl

Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/bildung/gen-z-und-millennials-warum-bei-jungen-menschen-die-sehnsucht-nach-gestern-gross-ist-a-a838077e-9491-4b54-8d37-1b7dcb02004f